Systemische Aufstellung

Was sind Team- und Organisationsaufstellungen?

Wenn von Aufstellungen die Rede ist, sind meist systemische Aufstellungen gemeint. Eine Systemaufstellung ist die visuelle Darstellung eines Systems bzw. von Teilen des Systems.

  1. Was sind Team- und Organisationsaufstellungen?
  2. Wie können Organisationsaufstellungen ablaufen?
  3. Wie und warum wirken systemische Aufstellungen
  4. Was ist der Nutzen?
  5. Ist die Aufstellung nur etwas für den Anliegengeber?
  6. Wann macht man eine Aufstellung? Wann setzt man an?
  7. Wie lange dauert eine Aufstellung?
  8. Muss man sich irgendwie vorbereiten?
  9. Was sind Anliegen innerhalb der Organisationsaufstellung?
  10. Was sind Teamaufstellungen?
  11. Für TeamentwicklerInnen: Wie führe ich Organisationsaufstellungen durch?

1. Was sind Organisationsaufstellungen?

(Teil-)Systeme, die man innerhalb der Organisationsaufstellung aufstellen kann, sind zum Beispiel…

  • Das gesamte Unternehmen
  • Abteilungen (Vertrieb, Marketing, Buchhaltung etc.)
  • Ein Projektteam einer Organisation
  • Das Managementteam einer Organisation

Die einzelnen Elemente solcher (Teil-)Systeme zu identifizieren ist noch relativ einfach: Die ManagerInnen, die MitarbeiterInnen, die Abteilungen, das Produkt, das Unternehmensziel etc. Nicht so einfach zu identifizieren sind jedoch die Beziehungen, die diese Elemente untereinander eingehen und die Dynamiken, die zwischen ihnen wirken. Beziehungen und Dynamiken bewusst wahrzunehmen, ist jedoch essentiell, um zum Beispiel Spannungen, Probleme und Widerstände zu erkennen und zu lösen.
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2. Wie können Organisationsaufstellungen ablaufen?

  1. Eine Person schildert ein Anliegen, also ein Problem oder eine Schwierigkeit.
  2. Daraufhin wählt der/die Coach andere Personen aus der Gruppe aus, die als StellvertreterInnen agieren – für Menschen, die mit dem Problem oder der Schwierigkeit zu tun haben.

Mit anderen Worten:

  • Die Workshopteilnehmer agieren als Stellvertreter der relevanten Systemelemente. Die tatsächlich am Konflikt beteiligten Personen müssen nicht vor Ort sein.
  • Dabei repräsentieren die Stellvertreter nicht nur die Rolle der Menschen und Elemente, die sie darstellen, sondern beginnen sogar so ähnlich zu fühlen wie die realen Personen. Auf einmal fühlen sich zwei Stellvertreter zueinander hingezogen, und hinterher kommt raus, dass auch diejenigen, die sie vertreten, miteinander befreundet sind. Oder ein Stellvertreter wird wütend, und nach der Aufstellung erfahren wir, dass der Vertretende am Arbeitsplatz große Probleme hat und sich häufig wütend zeigt.

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3. Wie und warum wirken systemische Aufstellungen?

Für diese Phänomene gibt es verschiedene Erklärungen. Eine mögliche ist, dass die AnliegengeberInnen in ihren Schilderungen Hinweise auf das innere Erleben der System-Beteiligten gegeben haben und die Stellvertreter sich einfach an diese Schilderungen halten oder diese interpretieren. Viele Menschen folgen dieser Erklärung.
Eine andere Erklärung ist, dass die Anliegengeber Teil eines nicht sichtbaren Informations-Feldes sind, in das nun die Stellvertreter gewissermaßen eintauchen und über ihre Körperempfindungen und inneren Impulse mit diesem Feld verbunden sind.
Wie auch immer man die Phänomene, die sich zeigen, erklären mag – wir freuen uns in erster Linie über die erhellende und oft heilsame Wirkung, die die Aufstellungsarbeit immer wieder zeigt.
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4. Was ist der Nutzen?

In den meisten Fällen die Entspannung des Systems und ein klarerer Blick auf das, was ist. Informationen, die vorher nicht wahrgenommen wurden, werden sichtbar gemacht: Wie stehen die Menschen zueinander? Nah oder fern? Schauen sie sich an oder in andere Richtungen? Gibt es eine Verbindung oder keinen Kontakt? Fühlt sich eineR stärker als die/der andere?

Durch gezielte Interventionen, zum Beispiel Fragen, Aussagen, oder (stimmige) Neu-Positionierung der Stellvertreter im Raum, kann der/die KlientIn sein/ihr Problem Stück für Stück bearbeiten und auch lösen.

Die gewonnen Informationen und Erfahrungen helfen uns bei der Betrachtung des ursprünglichen Anliegens. Oft führt das bereits zu einer Entspannung des Systems: Die TeilnehmerInnen erleben diese Wandlung im Workshop als so tief, dass auch allzu oft das „reale“ System am Arbeitsplatz davon profitiert.
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5. Ist die Aufstellung nur etwas für den Anliegengeber?

Nein. In der Aufstellung zeigen sich nicht nur persönliche Konstellationen, sondern auch von allen erfahrbare systemische Ordnungen bzw. „Verstöße“ gegen diese Ordnungen. Diese Ordnungen sind zum Beispiel:

  • Der/die (Dienst-)Ältere hat Vorrang
  • Der/die Ranghöhere hat Vorrang
  • Der/die besondere Leistung Erbringende hat Vorrang usw.

Diese Ordnungen sind zwar logisch und oft bekannt, dennoch lernen und erfahren wir am Beispiel eines Anliegengebers immer auch etwas über die systemischen Konstellationen, Ordnungen und Bewegungen in unserem eigenen Feld. Insofern ist eine Aufstellung sowohl wertvoll für den Anliegengeber, als auch für die StellvertreterInnen und für diejenigen, die von außen das Geschehen auf sich wirken lassen. Wenn wir offen sind für das, was sich zeigt, lernen wir alle.
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6. Wann macht man eine Aufstellung? Wann setzt man an?

Eine Aufstellung hat die meiste Kraft, wenn es sich beim Anliegen um ein konkretes Problem handelt, welches einen bestimmten Leidensdruck erzeugt. TeilnehmerInnen unseres Workshops „Constellation Works“ (mehr erfahren) können mit oder ohne Anliegen partizipieren. Der Workshop richtet sich an Menschen, die Teams, Gruppen, Abteilungen oder Organisationen leiten und sich persönlich als auch professionell in ihrer Rolle weiterentwickeln möchten.
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7. Wie lange dauert eine Aufstellung?

Das ist sehr unterschiedlich. Wir haben Aufstellungen geleitet, die 60 Minuten und welche die 4 Minuten dauerten. Es geht darum, eine Information zu erhalten, die vorher nicht im Blick war. Das geht manchmal sehr schnell und manchmal braucht es etwas mehr Zeit.
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8. Muss man sich irgendwie vorbereiten?

Nein. Es ist keine Vorbereitung notwendig.
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9. Was sind Anliegen innerhalb der Organisationsaufstellung?

Eine Vielzahl an Anliegen können in Aufstellungen betrachtet werden. Hier ein paar Beispiele für Anliegen klassischer Organisationsaufstellungen:

  • Konflikte im Team / Abteilung / Unternehmen
  • Das eigene Standing, die eigene Durchsetzungskraft
  • Interkulturelle Herausforderungen
  • Reflektion der Rolle
  • Kundenfluktuation
  • Personalmangel
  • Hoher Krankenstand
  • Stagnation im Change Prozess
  • Das Unternehmen in der Öffentlichkeit
  • Spezielle Herausforderungen in Familienunternehmen
  • Wandel und das Miteinander im Führungsteam.

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10. Was sind Teamaufstellungen?

Teamaufstellungen werden oft mit den Mitgliedern eines bestehenden Teams durchgeführt.
Beispielsweise kommt ein herausforderndes Projekt einfach nicht zum Ende und raubt noch dem letzten Mitarbeiter die Nerven. Teamaufstellungen können hier helfen, die Kernproblematik zu verdeutlichen und praktischere und produktivere Maßnahmen zu identifizieren. All das geschieht auf Basis eines gemeinsamen Verständnisses für das Projekt und der damit verbundenen Problematik.

Wenn sie mit Ihrem Team eine Teamaufstellung (mehr erfahren) durchführen möchten, sprechen Sie uns an (zum Kontakt).
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11. Für TeamentwicklerInnen: Wie führe ich Organisationsaufstellungen durch?

Eine Anleitung für Organisationsaufstellungen finden Sie in einem gesonderten Artikel (mehr erfahren). Dort stellen wir auch weitere Varianten vor. Diese Anleitung für Organisationsaufstellungen ist Teil der Online-Dokumentation unserer systemischen Teamcoaching- und Facilitator-Ausbildung “Sensing the Essence” (mehr erfahren).

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Siehe auch: Offener Führungskräfteworkshop mit Aufstellungsarbeit „Constellation Works“ | Für Facilitators und Teamcoaches: Anleitung für Organisationsaufstellungen | Integrales Führungskräftetraining

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